⚡ Kurz gesagt
Commander (EDH) ist das beliebteste Magic-Format: Man baut ein Deck aus 100 Karten um einen legendären Commander herum und spielt meistens zu viert. Casual, sozial und endlos variabel. Der einfachste Start? Ein vorgefertigtes Precon.
Wenn du ein Magic-Format zum Einstieg wählen müsstest, dann wäre es Commander. Es ist bei weitem das beliebteste Format, es wird an fast jedem Tisch gespielt, und es ist genau der Punkt, an dem Magic am gemütlichsten ist: vier Spieler, ein Tisch voller Karten und Partien, die alle Richtungen einschlagen können. Es ist auch mein persönlicher Favorit – nichts macht mehr Spaß, als abends mit deiner Pod am Tisch zu sitzen und zu sehen, welche verrückte Combo sich jemand wieder ausgedacht hat.
In diesem Leitfaden erkläre ich, was Commander genau ist, wie es funktioniert und – noch wichtiger – wie man selbst damit anfängt, ohne dass es überwältigend wird. Dies ist die Grundlage; in späteren Artikeln werde ich tiefer auf Themen wie Deckbau, die Brackets und spezifische Commander eingehen.
Was ist Commander (EDH)?
Commander (früher Elder Dragon Highlander, daher die Abkürzung EDH) ist ein Multiplayer-Format, das sich um eine zentrale Karte dreht: deinen Commander. Das ist meistens eine legendäre Kreatur, die dein gesamtes Deck bestimmt. Während man in anderen Formaten vier Kopien einer Karte spielen darf, ist Commander ein Singleton-Format: Bis auf Standardländer ist jede Karte nur einmal in deinem Deck enthalten. Dadurch ist jedes Spiel anders – du ziehst nie zweimal dieselbe Eröffnung.
Die Regeln auf einen Blick
Commander hat einige eigene Regeln, die es von Formaten wie Standard oder Modern unterscheiden:
| Regel | Wie es funktioniert |
|---|---|
| Deckaufbau | Genau 100 Karten, einschließlich deines Commanders. Jede Karte nur einmal (Singleton), außer Standardländern. |
| Dein Commander | Eine legendäre Kreatur (oder eine Karte, die es explizit erlaubt). Startet in einer separaten Zone: der Kommandozone. |
| Lebenspunkte | Du beginnst mit 40 statt 20 – Spiele dauern länger. |
| Farbidentität | Die Farben deines Commanders bestimmen, welche Karten in deinem Deck erlaubt sind. Rot-weißer Commander? Dann kein Blau, Schwarz oder Grün. |
| Kommandozone & Steuer | Stirbt dein Commander? Lege ihn zurück in die Kommandozone und wirke ihn erneut. Jedes Mal kostet er 2 Mana extra (die „Commandersteuer“). |
| Commander-Schaden | 21 oder mehr Schaden von ein und demselben Commander = dieser Spieler scheidet aus, auch wenn er noch Lebenspunkte hat. |
Wie spielt man Commander?
Commander spielt man meistens zu viert in einer sogenannten Pod: Jeder gegen jeden (Free-for-all). Das macht es zu einem sozialen und politischen Spiel – man schließt temporäre Abkommen, lässt den Spieler mit dem gefährlichsten Spielfeld erst einmal in Ruhe und wählt seine Momente. Partien dauern länger als in anderen Formaten und drehen sich genauso um die Gemütlichkeit wie ums Gewinnen. Deshalb ist es auch ein so angenehmes Einstiegsformat: Es gibt immer etwas zu erleben, auch wenn du gerade nicht an der Reihe bist, den Tisch abzuräumen.
Anfangen mit einem Precon
Das Schönste an Commander: Man muss nicht erst 100 einzelne Karten zusammensuchen. Man beginnt mit einem Preconstructed Deck (einem „Precon“) – einem vorgefertigten Commander-Deck mit 100 Karten, das direkt spielbar ist. Dein Commander ist enthalten, das Deck ist ausgewogen, und du kannst sofort am Tisch Platz nehmen. Für fast jedes neue Set erscheinen neue Precons, in allen möglichen Themen und Farben.
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Power-Level: Die Brackets & Rule 0
Nicht jedes Commander-Deck ist gleich stark, und nichts ist ärgerlicher, als ein Casual-Deck gegen eine ultraschnelle Combo-Maschine zu spielen. Deshalb haben Wizards of the Coast (zusammen mit dem Commander Format Panel) ein System eingeführt, um das Niveau eines Decks anzugeben: die Brackets. Es gibt fünf davon:
🎚️ Die 5 Brackets
- Bracket 1 – Exhibition: die leichtesten, thematischen Decks, rein zum Spaß.
- Bracket 2 – Core: casual und ausgewogen. Viele Precons bewegen sich um dieses Niveau.
- Bracket 3 – Upgraded: ein Precon oder Eigenbau, der stark aufgerüstet wurde (einige moderne Precons gehören bereits hierher).
- Bracket 4 – Optimized: starke, scharfe Decks ohne Budgetlimit.
- Bracket 5 – cEDH: kompetitives Commander, Decks, die manchmal schon innerhalb weniger Züge gewinnen können.
Zusätzlich gibt es eine Liste namens Game Changers: eine Art weiche Bannliste von Karten, die eine Partie erheblich aus dem Gleichgewicht bringen können (diese Liste wird alle paar Monate aktualisiert). Je höher dein Bracket, desto mehr davon ist erlaubt.
Aber das Wichtigste bleibt Regel 0: das kurze Gespräch vor dem Spiel, in dem du dich mit deinen Mitspielern abstimmst, welche Art von Spiel du spielen möchtest. Wenn du ehrlich zu deinem Deck bist, hat jeder einen lustigen Abend. In einem späteren Artikel werde ich tiefer auf die Brackets eingehen.
Dein Deck aufwerten
Hast du eine Weile mit deinem Precon gespielt und möchtest es personalisieren? Dann beginnt der eigentliche Spaß: das Aufrüsten. Du musst nicht sofort alles über den Haufen werfen – meistens fängt man damit an, eine Handvoll Karten herauszunehmen, die nicht gut laufen, und stärkere oder besser passende Karten dafür einzusetzen. Schritt für Schritt machst du das Deck immer mehr zu deinem eigenen.
- Ersetze am Anfang vor allem die schwächsten Karten, nicht sofort deine gesamte Manabasis.
- Wähle Karten, die Synergie mit deinem Commander haben – Karten, die seine Stärken verstärken.
- Behalte dein Ziel-Bracket im Auge, damit dein Deck weiterhin Spaß macht, dagegen zu spielen.
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Zwei Tools, die dir das Leben leichter machen
Für die Entdeckung und den Bau deines Decks gibt es zwei Websites, die so gut wie jeder Commander-Spieler nutzt:
- EDHREC – der Ort, um Commander zu entdecken. EDHREC sammelt Tausende echter Decklisten und zeigt pro Commander, welche Karten am häufigsten gespielt werden, welche gut zusammenarbeiten (Synergie) und welche Themen beliebt sind.
- Moxfield – der beste Deckbuilder, um deine Liste zu erstellen, zu pflegen und zu testen. Du gibst deine Karten ein, und Moxfield hält deine Manakurve, Preise und Farben übersichtlich für dich bereit.
Eine Anmerkung: Solche Tools geben dir eine Richtung vor, aber einen „perfekten“ Score gibt es nicht – letztendlich weißt du selbst am besten, was dein Deck tun soll. Nutze sie als Hilfsmittel, nicht als Gesetz.
Bereit, anzufangen?
Zusammenfassend: Commander ist das ideale Einstiegsformat – sozial, endlos variabel, und du beginnst einfach mit einem Precon. Danach rüstest du in deinem eigenen Tempo auf, mit EDHREC und Moxfield als nützlichen Helfern. Und dies ist erst der Anfang der Serie: In den nächsten Guides tauche ich tiefer in Deckbau, die Brackets und andere Formate ein.
Bereit, dein erstes Commander-Deck zu spielen?
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Lies auch: Ein Commander-Deck von Grund auf bauen und Booster-Typen erklärt.